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Jahresbericht 2014/15 des Kraftfahrt-Bundesamtes erschienen

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat im September einen Jahresbericht 2013/14 vorgelegt; einige interessante Daten - insbesondere zur Kraftfahrerstatistik - werden hier wiedergegeben.

Im Jahr der Umstellung des Punktsystems 2014 hat das KBA – anders als in den Vorjahren - keinen Bericht zum Vorjahr vorgelegt. Stattdessen ist nun ein die beiden letzten Jahre kombinierender Bericht erschienen.

Zum Zeitpunkt der Umstellung auf das Fahreignungs-Bewertungssystem am 1.5.2014 waren rund 8,9 Mio. Personen im Verkehrszentralregister gespeichert. Diese Zahl verringerte sich in den Folgemonaten, da mit der Umstellung ausschließlich Verstöße im Fahreignungsregister gespeichert wurden, die negativen Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben und mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro rechtskräftig geahndet wurden. Folglich wurden Datensätze von 148.000 Personen wegen der neuen Vorschriften aus dem Register ebenso vollständig entfernt wie rund 200.000 Bußgeldentscheidungen, die für nicht-sicherheitsbeeinträchtigende Verstöße eingetragen worden waren. Dennoch ist die Anzahl der mitgeteilten Ordnungswidrigkeiten im Jahre 2014 leicht von 4,1 Mio. auf 4,2 Mio. angestiegen.

Mit einem Bestand von rund 8,8 Mio. eingetragenen Personen zum Anfang des Jahres 2014 zeigte sich erstmals seit Bestehen des Registers ein Rückgang der registrierten Verkehrsdelinquenten (Beginn 2013: über 9 Mio.). Im Verlauf des Jahres 2014 sank die Zahl um weitere 220.000 Personen.

Der neue Jahresbericht stellt unter Anderem einige Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur Rückfälligkeit von auffälligen Kraftfahrern vor, das das KBA im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) durchführte. Hier stellte sich heraus, dass  „Personen, die nach einer Entziehung erneut eine Fahrerlaubnis erteilt bekommen, (...) oft abermals und in erheblichem Umfang gegen die Verkehrsregeln“ verstoßen. In dem Projekt wurde ein Teil der Personen mit einer Neuerteilung in den Jahren 2006 und 2007 (N=132.102) über jeweils drei Jahre beobachtet. Die Kraftfahrer/innen wurden anhand der vorangegangenen Entziehungsgründe in die vier Gruppen Alkohol, Drogen, Erreichen der 18-Punkte-Schwelle) und weitere Entziehungsgründe aufgeteilt (dieser Gruppe wurden Personen, deren Entziehung aufgrund einer Kombination anderer Vergehen mit Alkohol- oder Drogenverstößen erfolgt ist, zugeordnet).

Mit 85.287 Personen umfasst die Gruppe Alkohol beinahe zwei Drittel aller Fälle. Deutlich kleinere Anteile entfielen auf die Gruppen Drogen (5.443 Personen) und Punkte (3.314). Den weiteren Entziehungsgründen wurden 38.058 der beobachteten Kraftfahrer/innen zugeordnet. Der überwiegende Teil (87 %) der Untersuchungsgruppe war männlichen Geschlechts (etwas mehr als der Anteil männlicher Personen im FAER insgesamt: ca. 80%).

Insgesamt wurden in den ersten drei Jahren nach Neuerteilung 41 % der Männer und 22 % der Frauen mindestens einmal wieder auffällig; dabei waren (ehemalige) Punktetäter deutlich häufiger (zu 74%) rückfällig als Personen aus der Alkohol- (zu 36%) oder Drogengruppe (40%). Mehr als einmal wurden 14,6 % im Beobachtungszeitraum mit bepunkteten Verstößen (erneut) auffällig. Insgesamt wurden lediglich 6 % aller Frauen, aber 16 % der Männer mehrfach auffällig. Auch hier gab es deutliche Abweichungen zwischen den einzelnen Entziehungsgruppen: Wiederum ist der Wert der weiblichen Alkoholtäter am niedrigsten (5 %) und der der männlichen Punktetäter am höchsten (48 %). Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich in allen Entziehungsgruppen beobachten. Insbesondere die männlichen Punktetäter traten also auffallend häufig erneut negativ in Erscheinung; sie stellen damit ein erhebliches Risiko für den Straßenverkehr dar. Die Frage, warum bzw. unter welchen Bedingungen ehemalige Punktetäter nicht rückfällig werden (z.B. nach absolvierten Reha-Maßnahmen), wurde allerdings nicht untersucht.

Zwischen 2010 und 2014 hat die Gesamtzahl der Alkohol- und Drogenverstöße tendenziell abgenommen. 2010 wurden 178.700 Fälle registriert, 2014 waren es noch 166.500 Verstöße (ca. – 7%). Diese Entwicklung ist vor allem auf den kontinuierlichen und deutlichen Rückgang der registrierten Alkoholverstöße zurückzuführen, während die Drogenauffälligkeiten kontinuierlich (aber nur leicht) zunahmen und 2014 einen Höchstwert erreichten.

 

Der Jahresbericht 2013/14 ist auf der Website des KBA als PDF verfügbar.