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Synthetische Drogen in Europa auf dem Vormarsch

Dem Jahresbericht 2013 der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) zufolge, wurden im vergangenen Jahr in Europa so viele neue künstlich hergestellte Rauschmittel entdeckt wie nie zuvor.

2008 waren es noch 13 neue Substanzen, die der EBDD gemeldet wurden, 2011 stieg deren Zahl auf 40 und erreichte 2012 mit 73 neu entdeckten Substanzen den Höchststand bislang unbekannter synthetischer Drogen. Großen Anteil an der Verbreitung dieser illegalen Drogen habe das Internet; es erleichtere den Handel und sei zugleich ein „riesiger Marktplatz von weltweiter Ausdehnung“, so die Experten der Behörde. „Badesalz“, „Kakteendünger“ oder “Räuchermischung“ sind die verharmlosenden Bezeichnungen, unter denen die Rauschmittel im Internet angeboten werden. Häufig sind diese Drogen eine Mischung aus unterschiedlichen Substanzen, z. B. Mephedron, das aus Amphetaminen, Kokain und Ecstasy besteht.

„Das Drogenproblem ist im Wandel begriffen, es ist dynamischer, komplexer, und es stellt in vielerlei Hinsicht noch größere Herausforderungen“ erklärte der Direktor der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) Wolfgang Götz. Von Kontrollverlust, Herzrasen, Wahnvorstellungen bis hin zu Selbstverstümmelungen und Selbstmordgedanken reichen die unmittelbaren Folgen des Konsums synthetischer Drogen. Die Bundesregierung hat beschlossen, 26 dieser psychoaktiven Substanzen neu in das Betäubungsmittelgesetz aufzunehmen. Diese Maßnahme scheint jedoch nur bedingt wirksam, da bereits leichte Änderungen der Molekularstruktur eine neue Substanz entstehen lassen, die vom Verbot nicht erfasst wird.

Insgesamt bleibt der Rauschmittelkonsum in den 27 EU-Staaten sehr hoch, so der Jahresbericht der EBDD. Der Gebrauch der „traditionellen“ Drogen Cannabis, Kokain und Heroin erscheint den Experten allerdings leicht rückläufig. Rauschmittel aus pflanzlichen Rohstoffen, die häufig von weit her importiert werden müssen, bestimmen heute weniger den Drogenmarkt; synthetische Drogen sind auf dem Vormarsch.

Quelle: FAZ.net